Presse
11.03.2013, 20:58 Uhr | M. Reiß
Heringsessen der CDU Bergen-Enkheim

Bei einer guten Beteiligung mit rd. 40 Gästen fand am Freitag nach Aschermittwoch das traditionelle Heringsessen der CDU Bergen-Enkheim statt.

Gastrednerin war die Bundestagsabgeordnete Erika Steinbach, die erst kurz zuvor auf einem Parteitag der CDU in Frankfurt erneut als Kandidatin für den hiesigen Bundestagswahlkreis gewählt worden war.

 

Frau Steinbach berichtete über die wesentlichen Fragen, die derzeit den Deutschen Bundestag beschäftigen.

 

Bezüglich der Finanzkrise zeigte sich Frau Steinbach optimistisch. Durch das hervorragende Krisenmanagement der Bundeskanzlerin Angela Merkel seien hier auch die anderen Euro-Länder wieder auf Kurs bzw. auf dem Weg dorthin. Frau Steinbach ließ allerdings keine Zweifel daran, dass der Weg zu einer vollständigen Konsolidierung vor allem in den südeuropäischen Staaten noch einige Jahre in Anspruch nehmen werde. Auch den Hinweis eines Gastes, dass es Deutschland trotz der Krise doch sehr gut gehe, bestätigte dies Frau Steinbach grundsätzlich. Sie verwies allerdings darauf, dass dies aber auch verursacht und gesichert sei durch die eigene Stärke Deutschlands.

"In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren die richtigen Weichen gestellt hinsichtlich einer Konsolidierung der Finanzen. Auch wir sind hier längst noch nicht an dem letztendlich gewünschten Ziel, die Schulden zu reduzieren, angelangt. Aber wir haben das im Griff", so die Bundestagsabgeordnete. Ihre Äußerung, die bestehenden politischen Vorgaben, wie beispielsweise die Einhaltung der Schuldenbremse der Bund, in den Ländern, aber auch in den Städten und Kommunen und Landkreisen, sei zwingend erforderlich, wurde mit großem Beifall der anwesenden Gäste begrüsst.

 

Sodann widmete Frau Steinbach sich ausführlich der Frage der Energiewende.

"Hier ist zunächst festzustellen, dass der damalige Umweltminister Trittin zwar schon einmal einen Ausstieg aus der Atomenergie forciert hat, ohne die sich hieraus ergebenen Konsequenzen jedoch zu beachten und die daraus erforderlichen Schlussfolgerungen zu ziehen", so die Gastrednerin. Zu kritischen Fragen verschiedener Gäste musste Frau Steinbach bestätigen, dass allein auf regenerative Energien derzeit noch nicht gesetzt werden könne. Wasserkraft decke nur maximal 6% des Bedarfs.

 

 

 

 

Sonne und Wind stünden nur ca. 2200 bis 2500 Stunden im Jahr zur Verfügung, das Jahr habe aber fast 9000 Stunden. Auch die Fragen der Stromtrassen und der Speichermöglichkeiten seien noch ungelöst. Frau Steinbach verwies darauf, dass die Bundesregierung drei sogenannte Strom-Autobahnen von Norddeutschland nach Süddeutschland beschlossen habe. "Es ist jedoch zu befürchten, dass viele Bürger und vor allem gerade die Grünen vor Ort diese Strom-Autobahnen bekämpfen und zumindest verzögern werden, weil sie natürlich die dafür erforderlichen Masten und Leitungen stören", legte die Bundestagsabgeordnete den Finger in die Wunde. Man könne gespannt sein, ob die zum Ausbau der Energiewende erforderlichen Maßnahmen tatsächlich von allen Bürgern und allen politischen Gruppierungen und Parteien mit getragen werde.

 

Diese Sorge äußerte Frau Steinbach auch im Hinblick auf die Kosten der Energiewende. Nach ihrer Ansicht ist der Strompreis in letzter Zeit zu stark angestiegen, so dass zum Schutze aller Verbraucher hier eine Deckelung erforderlich ist. Der zuständige Umweltminister Altmaier habe diese bereits gefordert, erstaunlicherweise werde diese Kostendeckelung gerade von SPD und Grünen skeptisch beurteilt oder abgelehnt, obwohl diese nach außen hin die Energiewende befürworten. Sie müssten dann aber auch die Konsequenzen für die betroffenen Bürger in Deutschland im erträglichen Rahmen halten. Hierzu hören wir derzeit leider aber nichts von Rot-Grün, so die Abgeordnete.

 

Diese Themen und weitere aktuelle politischen Fragen wurden dann noch lange in geselliger Runde diskutiert, auch nach dem von der Schönen Aussicht der wie immer äußerst schmackhafte Hering serviert worden war. Auch nach der Diskussion weiterer politisch aktueller Fragen gingen die Teilnehmer des Heringsessen der CDU Bergen-Enkheim erst kurz vor 23.00 Uhr auseinander.